Einfach mal sein ganzes Leben in den Rucksack packen und den Alltag für eine Weile hinter sich lassen. Wunderschöne Natur und faszinierende Kultur hautnah, abseits vom Massentourismus, erleben und das Ganze noch zu einem erschwinglichen Preis. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment für dich, den ersten Schritt in dein eigenes Abenteuer zu wagen.
Was ist Backpacking?
Backpacking – Was ist das überhaupt? Backpacking oder auf deutsch Rucksacktourismus ist eine Art des Reisens, bei der man als Gepäck lediglich seinen Rucksack mit sich führt und meist nicht an einem Ort verweilt, sondern in relativ kurzer Zeit verschiedene Orte bereist. Backpacker wollen sich vom Massentourismus abheben, indem sie in engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung und möglichst preiswert ein Land erkunden. Die Beweggründe hierfür sind meist breit gefächert und reichen von purer Abenteuerlust und Neugier bis hin zu Freiheit, Entspannung oder auch sozialer Anerkennung. Genauso unterscheidet sich auch die Art zu reisen: Einige haben eine genaue Route und ein festes Ziel, andere kennen nur den Start ihres Abenteuers und lassen sich dann ohne festen zeitlichen Rahmen treiben. Auch die Finanzierung ist teilweise bis ins Detail durchgeplant und manchmal wird spontan unterwegs nach Arbeit gesucht.
Backpacking ist eine sehr individuelle Art zu reisen und kann von jedem etwas anders ausgelegt werden. Doch eines haben alle Backpacker gemeinsam: Die Lust auf ein authentisches Abenteuer.

Solltest du dich tiefergehend mit dem Thema beschäftigen wollen, möchte ich dir noch vorab mein Buch „Von Nord nach Süd durch Mittelamerika“ ans Herz legen. Du findest darin mein persönliches Abenteuer in Zantralamerika, mit einzigartigen Geschichten und einen weitaus ausführlicheren Backpacking-Guide für deine eigene Reise.
1. Planung der Reise von Zuhause
Das Reiseziel festlegen
Damit die Reise losgehen kann muss man sich zuallererst entscheiden, wohin es überhaupt gehen soll. Auch wenn man sehr gerne spontan reist, zumindest der Startpunkt des Abenteuers sollte gut ausgewählt werden. Hierbei gibt es einige Punkte die man vorher beachten sollte:
- Wie viel Budget steht mir für meine Reise zur Verfügung?
- In welchem Zeitraum reise ich und wie ist das Wetter in den möglichen Zielregionen?
- Möchte ich in ein touristisch erschlossenes und einfach zu bereisendes Land oder suche ich etwas mehr Abenteuer?
Mit der Beantwortung dieser Fragen schränkt man die möglichen Reiseziele meist schon deutlich ein. Im Anschluss kann man sich Inspirationen im Internet suchen.
Recherche zum Reiseziel
Bevor man sich dann endgültig für ein Reiseziel entscheidet, sollte man noch einige Informationen über das Land oder die Region einholen. Man kann hier gut im Internet recherchieren oder auch ganz altmodisch einen Reiseführer lesen. Ich persönlich wühle mich auch gerne durch Blogartikel oder Forenbeiträge anderer Reisender, um mein Reiseziel besser einschätzen zu können. Auch ein kurzer und bedachter Blick auf die Seite des Auswärtigen Amtes liefert viele Reise- und Sicherheitsinformationen. Man muss hier allerdings auch etwas abwägen. Die Website informiert über alle möglichen Sicherheitsrisiken, auch wenn die Wahrscheinlichkeiten für den Ernstfall immer noch überschaubar sind. Sollte man Bedrohungslagen und Sicherheitsrisiken natürlich ernst nehmen, so kann die Übersicht trotzdem ziemlich beängstigend sein, obwohl das Land prinzipiell sicher für Reisende ist. Selbst die Sicherheitshinweise für unser Nachbarland Italien, können im ersten Moment erschrecken.
Packliste
Erstelle frühzeitig deine eigene individuelle Packliste. Ausführliche und regelmäßig aktualisierte Packlisten zur Orientierung findest du hier auf meiner Website.
2. Reisepass und Visum
Es ist wichtig sich bereits einige Wochen im Voraus mit den Einreisebestimmungen aller Länder, welche man bereisen möchte, auseinander zu setzen. Im besten Fall benötigst du für deinen Aufenthalt kein Visum. Im schlechtesten Fall musst du dich schon eine ganze Zeit vorher aufwendig um eine Aufenthaltserlaubnis bemühen. Einige Länder haben außerdem Bestimmungen, wie lange der Reisepass bei Einreise noch gültig sein muss. Auch hier findet ihr zuverlässige Informationen beim Auswärtigen Amt. Bei Reisen außerhalb von Europa benötigt ihr desweiteren meist einen internationalen Führerschein um Fahrzeuge zu fahren.
Achtet darauf von allen wichtigen Dokumenten,vor allem aber von eurem Reisepass, immer ein oder zwei Kopien anzufertigen und diese an einem anderen Ort aufzubewahren als die Originale. Auch solltet ihr einige Telefonnummern von Angehörigen und Passwörter für wichtige Accounts auswendig lernen, falls euch euer Handy abhandenkommt.
3. Impfungen & Gesundheit
Damit du wieder gesund von deiner Reise nach Hause kommst, sollte man sich im Vorhinein mit den empfohlenen Impfungen des Reiseziels beschäftigen. Auch hier bietet das Auswärtige Amt einige Informationen, im Zweifel kann auch immer der Hausarzt bzw. ein Reise- und Tropenmediziner zur Beratung herangezogen werden. Das Risiko für einige tödliche Krankheiten lässt sich durch Impfungen drastisch reduzieren und in den meisten Fällen übernimmt die Krankenkasse sogar einen Großteil der Kosten. Für einige Reiseländer sind Impfungen gegen bestimmte Krankheiten sogar Pflicht. Wenn ihr euren Impfausweis auf eurer Reise im Gepäck habt, solltet ihr auch immer eine Kopie davon Zuhause lassen. So kann im Verlustfall ein neuer Impfpass ausgestellt werden.

Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit einer Rettungsdecke gehört in jedes Gepäck und kann im Notfall Leben retten! Darüber was alles ins Erste-Hilfe-Set gehört, habe ich einen eigenen Artikel verfasst, der sich an den neuesten Standards orientiert.
Auch eine gute Auslandskrankenversicherung ist wichtig. Am besten achtet man darauf, dass die Versicherung im Ernstfall eine Rückführung ins Heimatland übernehmen würde.
Jedes Reiseland kommt mit seinen eigenen Risiken und Gefahren. Informiere dich ausführlich vorab über die individuelle Situation in deinem Ziel. Besonders folgende Themen spielen eine wichtige Rolle:
- Trinkwasser und Lebensmittelhygiene
- Umwelt- & Wettereinflüsse: Regenzeit, starke Sonneneinstrahlung, hohe oder niedrige Temperaturen, Erdbeben,….
- Kriminalität: Welche Orte sollte man meiden, wie verhalte ich mich am besten
- Traditionen und Regeln
4. Unterkünfte
Das Thema Unterkünfte ist unglaublich individuell und von deinem eigenen Reisestil abhängig. Du hast die Möglichkeit die gesamten Übernachtungen bereits im Voraus zu buchen und kannst dir damit eine Menge Stress ersparen. Ich persönlich liebe aber eine gewisse Spontanität auf Reisen und plane meine genaue Route nicht im Vorhinein. Ich buche mir, aus Gründen der Bequemlichkeit, die ersten ein oder zwei Nächte eine Unterkunft und schaue von dort aus, wohin es mich als nächstes verschlägt.
Günstige Möglichkeiten der Übernachtung sind Hostels. Dies sind meist große Unterkünfte mit einer gemeinschaftlich genutzten Küche und großen Schlafsälen für mehrere Personen. Meist bekommt man neben einem Bett auch einen Spind für seine Wertsachen. Manchmal wird hierfür ein eigenes Vorhängeschloss benötigt. Die wirklich wertvollen Dinge wie Reisepass und Geldbeutel sollte man aber sowieso nie unbeobachtet lassen. Gute Hostels findet man auf den Websites von Hostelworld und Booking.com. Neben Hostels bieten sich natürlich auch klassische Hotelzimmer oder angemietete Airbnbs an.
Solltet ihr in einer abgelgeneren Gegend unterwegs sein, besteht auch die Möglichkeit einer Übernachtung im Freien bzw im Zelt. Man sollte hier aber immer vorab abklären, ob dies ohne weiteres erlaubt ist und die richtige Ausrüstung mit sich führen.

Auch eine Hängematte lässt sich fast überall aufhängen und bietet günstige und doch auch relativ komfortable Umstände für eine erholsame Nacht.
5. Planung der Reiseroute
Auch dieser Punkt ist sehr individuell und von deinem eigenen persönlichen Reisestil abhängig. Ich persönlich plane beim Backpacken die Gesamtroute nur sehr spärlich. Ich überlege mir den Startpunkt, meistens auch das Ziel und noch einige große Sehenswürdigkeiten, die ich auf jeden Fall sehen möchte. Bin ich dann vor Ort, versuche ich schon in den ersten Tagen viel mit Einheimischen und anderen Reisenden ins Gespräch zu kommen. In diesen Unterhaltungen erfährt man meistens die besten Tipps und Highlights der Region und kann sich dann spontan für die weitere Route entscheiden. Meistens markiere ich mir die Sehenswürdigkeiten auf meiner Karte in maps.me, um so meine Reise anpassen zu können. Dieses Vorgehen kann, vor allem während der Hauptsaison in touristischen Gebieten, durchaus etwas stressig sein, da sich die Suche nach einer Unterkunft unter Umständen etwas kompliziert gestaltet. Auch schlafen manche Menschen einfach beruhigter, wenn sie genau wissen, wo sie die nächsten Tage übernachten werden. Hier muss sich jeder selbst einschätzen und entscheiden wie spontan man reisen möchte.
Anders sieht das natürlich aus, wenn man wirklich in der Wildnis unterwegs ist. Eine mehrtägige Wandertour durch einen einsamen Nationalpark, mit gegebenenfalls schlechtem Handyempfang, bedarf natürlich einer ganz anderen Planung. Hier sollte die Route sehr genau im Vorhinein festgelegt werden und während der Tour ausreichende Mittel vorhanden sein, um sicherzustellen, dass man die Route einhält. Das Thema Routenplanung bei Trekking- & Wandertouren ist aber einen Artikel für sich wert.
6. Mobilität im Zielland
Es gibt verschiedenste Möglichkeiten sich vor Ort zu bewegen. Die günstigste Möglichkeit ist wohl das Fahren per Anhalter. Je nachdem in welchem Land man ist, funktioniert dies unterschiedlich gut. Beim Trampen ist aber auch der Aspekt Sicherheit zu beachten. Wenn du vor lauter Angst die Fahrt nicht genießen kannst, entscheide dich einfach für die nächstgünstige Fortbewegungsmethode und spare dir den Stress. In manchen Ländern sind die öffentlichen Verkehrsmittel außerdem so günstig, dass sich Trampen kaum lohnt.
Neben den öffentlichen Verkehrsmitteln, die in jedem Land etwas anders gestaltet sind, und Taxis gibt es natürlich auch die Option sich einen eigenen Mietwagen zu besorgen. Achte hierbei auf einen seriösen Anbieter und eine ausreichende Versicherung. Lies dir am besten einige Onlinebewertungen auf unabhängigen Seiten durch. Wenn du außerhalb von Europa unterwegs seid, benötigt ihr außerdem einen internationalen Führerschein. Vergiss dies nicht bei den Vorbereitungen auf deine Reise.
7. Kommunikation und Navigation
Im Idealfall kann man die Sprache des Landes. Das öffnet viele Türen und man kann die Einheimischen auf einer viel tieferen Ebene kennenlernen. Ansonsten helfen auch offline verfügbare Übersetzungsapps wie Google Translate, um mit den Einheimischen zu kommunizieren. Für die Kommunikation nach Hause, die Navigation und Reiseplanung bietet sich außerdem eine lokale SIM-Karte an. Diese sind je nach Reiseland oft günstig bereits am Flughafen zu bekommen. Alternativ kannst du dir auch online bei einigen Anbietern eine eSIM für dein Reiseland besorgen.
Für das Navigieren in abgelegenem Gelände empfiehlt sich ein GPS-Gerät oder ein Handy mit verfügbaren Offline Karten wie Maps.me. Du kannst auch genaue GPS-Tracks im Vorhinein anlegen und in Navigationsapps wie Komoot oder OsmAnd (kostenlos) importieren.
Lass dir durch das Handy aber nicht den ganzen Reisespaß nehmen und frag ab und zu noch ein paar Einheimische oder andere Reisende nach dem Weg.Eine Frage, in Kombination mit einem freundlichen Lächeln, ist der beste Gesprächsöffner und das Kennenlernen neuer Menschen und deren Kultur ist einer der Gründe, die das Reisen so einzigartig machen. Begegne den Menschen offen und ehrlich, ohne naiv zu sein, und du wirst dasselbe zurückbekommen.
8. Sicherheit
Das wichtigste Mittel für deine Sicherheit ist ein gesunder Menschenverstand. Meistens merkt man, sobald etwas nicht stimmt und sollte in diesem Fall auch auf sein Bauchgefühl vertrauen. Informiere dich außerdem im Vorhinein über die Kultur des Landes, in das du reist. Leider ist dies insbesondere für Frauen in manchen Ländern extrem wichtig. Ansonsten gibt es noch einige grundlegende Tipps zum Thema Sicherheit:
- Lass Schmuck und teure Kleidung zuhause
- Baue durch persönliche Fragen Vertrauen zu den Menschen auf, bevor du dich vollends auf sie einlässt
- Man muss nicht überall unterwegs sein, meide bestimmte Viertel (vor allem nachts)
- Kalkuliere umweltbedingte Risiken im Voraus (Wetter, Temperatur, Naturkatastrophen, Insekten,…)
- Kenne Traditionen und Gepflogenheiten des Landes, in dem du unterwegs bist
Die besten Backpacking Länder für Anfänger
Die folgenden Länder sind gut geeignet um zu sehen, ob dir Backpacking Spaß macht. Sie alle sind relativ touristisch, sicher und man kommt gut mit Englisch zurecht. Informiere dich aber nochmal individuell zur aktuellen Situation in dem Land, das für dich in Frage kommt.
- Australien: Der kleinste Kontinent der Welt ist ein super Einstieg für Backpacker. Die Menschen sind freundlich, sprechen Englisch und man begegnet vielen anderen Backpackern. Auch gibt es sehr viele Informationen im Internet.
- Neuseeland: Ebenfalls ein westlich geprägtes Land mit vielen anderen Backpackern und wunderschöner Natur. Wer keine Lust auf giftige Tiere hat, ist hier noch etwas besser aufgehoben als in Australien.
- Schweden: Die einzigartige Landschaft Skandinaviens dürfte wohl bekannt sein. Schweden ist ein super Land für jeden der unberührte Natur liebt und gerne draußen unterwegs ist. Da Schweden Teil der EU ist, gestaltet sich die Einreise denkbar einfach.
- Thailand: Wer es etwas exotischer möchte, für den ist Thailand eine super Wahl. Thailand ist nicht nur wunderschön sondern auch sehr günstig und relativ einfach zu bereisen.

Es gibt natürlich noch viele weitere Länder die sich gut für den Einstieg ins Backpacken eignen. Auch direkte Nachbarländer in Europa haben oft mehr zu bieten als man denkt. Auf meiner Website findest du noch zahlreiche Inspirationen für dein nächstes Abenteuer.
Möchtest du noch weiter in das Thema Backpacking eintauchen und verstehen, wie Reisen das Leben bereichern kann, schau gerne mal bei meinem Buch „Von Nord nach Süd durch Mittelamerika“ vorbei. Du findest darin mein persönliches Abenteuer in Zentralamerika, mit einzigartigen Geschichten und einem weitaus ausführlicheren Backpacking-Guide für deine eigene Reise.
Viel Spaß und bleib neugierig!
